Dr. Andreas Krumpholz, Abteilungsleiter von 2017 – 2024 zur Verleihung des Waldemar Capeller Gedächtnis-Preises 2025
Es ist mir eine große Ehre, heute den Waldemar Capeller Gedächtnis-Preis verliehen zu bekommen. Damit halten wir das Erbe unseres langjährigen Abteilungsleiters Waldemar Capeller hoch, ohne den es vermutlich unsere LA-Abteilung nicht mehr gäbe. Es ist mir noch in guter Erinnerung, wie Waldemar mir im Herbst 2017 die Abteilungsleitung übergeben hat. Und wie wohlwollend er unsere Arbeit in seinen letzten Lebensjahren begleitete. Zur Erinnerung gehört leider auch die Nachricht von seinem Tod am 27.6.2021 und meine Abschiedsrede an seinem Grab an seine Ehefrau, seine Töchter und die zahlreich versammelte Leichtathletik -Familie. Für Waldemar waren die Leichtathletik Abteilung und die Leichtathletik Familie „sein“ Leben und auch „sein Lebenswerk“. Das Andenken an Waldemar zu bewahren, ist unser aller Anliegen. Es freut mich sehr, ab heute in der Reihe der sehr würdigen Preisträger stehen zu können.
Was können wir von Waldemar lernen? Ich denke, er würde Euch alle auffordern, die Leichtathletik im TSV weiter mit der Euch eigenen Intensität, Menschlichkeit, Empathie und auch mit den großen Erfolgen, die wir immer hatten, weiterzubetreiben. Ich bin sehr froh, dazu 7 Jahre lang – auch eine sehr lange Zeit – meinen Beitrag geleistet zu haben. Ich glaube, wir haben in den 7 Jahren extrem viel erreicht, in vielen Bereichen: Ich nenne nur einige Stichpunkte wie Kinder-Leichtathletikschule, Deutsche Meistertitel, Team Schmidbauer, Runder Tisch Sport in Gräfelfing, Schulkooperationen, Erweiterung des Trainerteams, eine stabile Basis von ehrenamtlichen Mitarbeitern, beste Nachwuchsarbeit Bayerns, Spitzensport-Aktivitäten mit der DLV- und BLV- Spitze und so weiter. Als wir uns zu Beginn meiner Tätigkeit zu ersten Strategietreffen im Oktober 2017 getroffen haben, hätte ich nie gedacht, dass wir so weit kommen, so vieles umsetzen können. Gräfelfing ist heute sicher einer der erfolgreichsten Leichtathletik-Standorte in Bayern!
Es war eine wunderschöne Zeit und ich bin Euch allen, Vorstandsmitgliedern & ehrenamtlichen Helfern, Trainern, Sportlern und Eltern sehr dankbar für Eure Unterstützung und die vielen tollen Erlebnisse und Momente mit Euch!
Ich kann Euch nur aufrufen, Eure Arbeit im Sinne der Leichtathletik fortzusetzen. Ehrenamt lohnt sich und ist in unserer Zeit nötiger denn je! Mir hat das Engagement für die Leichtathletik auch persönlich viel Erfüllung und positive Energie gegeben. Diese Abteilung bietet eine breite Basis von einsatzfreudigen, kompetenten, sympathischen Menschen, die etwas erreichen wollen und mit denen es sich lohnt zusammenzuarbeiten.
Allerdings: Es ist bei allem Engagement wichtig, das große Ganze der Abteilung zu sehen. Vorübergehende Erfolge einzelner oder einzelner Disziplinen dürfen nicht zur Durchsetzung von Eigeninteressen genutzt werden. Nachhaltigen Erfolg wird die LA-Abteilung nur dann haben, wenn sie unabhängig von den Erfolgen einzelner Trainer oder Sportler ist und als Gesamtwerk agiert.
In diesem Sinne wünsche ich Euch von ganzem Herzen viel Erfolg weiterhin!
Fabian Riegelsberger will hoch hinaus: Im Studium der Luft- und Raumfahrttechnik und über die 400-Meter-Hürden. Wie kann das im Team Schmidbauer des TSV-Gräfelfing gelingen? Eine Nahaufnahme.
Mit Vollgas eine Stadionrunde: alle 35 Meter eine Hürde mit 91,44 cm überfliegen – das ist ganz die Welt von Fabian Riegelsberger. Der 400-Meter-Hürden-Spezialist vom TSV Gräfelfing muss derzeit allerdings weitestgehend ohne sein Lieblings-Highspeed-Geläuf auskommen. Im Winter stehen bei ihm Indoor-Langsprints auf dem Programm. In der Münchner Werner-von-Linde-Halle ist die Runde exakt halb so lang wie draußen. Da setzen Fabian und sein Heimtrainer Peter Rabenseifer entsprechend angepasste Trainingsreize – vor allem im Bereich der Ausdauer: "In der Hallensaison laufe ich überwiegend 800 Meter – meine frühere Spezialdisziplin, die für mich eine solide Grundlage für die 400-Meter-Hürden im Sommer bildet." Darüber hinaus mache es ihm großen Spaß, gelegentlich draußen einen Crosslauf zu absolvieren. Ganz ohne Leistungsdruck. "Da geht es um die pure Lust am Laufen. Die Zeiten sind da ohnehin schwer einzuschätzen."
Dieses Tiefenentspannte ist ein Markenzeichen und sicherlich ein Teil des Erfolgsgeheimnisses des 26-jährigen Langsprinters, der erst mit 24 Jahren zum TSV kam. "Für sportliche Verhältnisse war ich damit schon eher spät dran", weiß er. "Trotzdem habe ich mich enorm weiterentwickelt, auch weil ich von den 800 Metern in eine für mich fast neue Disziplin gewechselt bin." Die Ergebnisse bestätigen den Befund: Am 2. August 2025 lief Fabian in Dresden mit 52.52 sek. persönliche Bestzeit über 400-Meter-Hürden.
Mit einem halben Liter Eis in den richtigen Rhythmus
Um in diesen Regionen weiterzumachen und im Sommer beim 400-Meter-Hürden-Finale bei den Deutschen Meisterschaften an den Start gehen zu können,
muss Fabian seine zuletzt aufgetretenen Beckenprobleme in den Griff bekommen. "Jedesmal wenn ich mit der linken Seite in die Hürde reinlief,
traten Schmerzen auf, die mich dazu zwangen, meinen Rhythmus anzupassen. Eine prägende Erfahrung war dabei ein Auftakttraining am Tag vor einem Wettkampf,
bei dem ich versuchte, den ersten Teil des Rennens zu simulieren, um ein besseres Rhythmusgefühl zu bekommen. Ich hatte es einfach nicht geschafft, über die erste Hürde zu
kommen und bin instinktiv immer ausgewichen." Aus Enttäuschung habe er am Abend noch einen halben Liter Eis gegessen. "Trotz dieser Frustration bin ich am nächsten Tag mit Zuversicht ins Rennen gegangen und konnte dann im entscheidenden Moment vieles umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte. Am Ende bin ich sogar Bestzeit gelaufen."
Hoch hinaus mit Promotion und Leistungssport
Aus dieser Erfahrung nehme er die Zuversicht mit, dass er auch unter schwierigen Bedingungen seine Ziele erreichen könne. "Mein Lebensmotto ist: mehr ist mehr. Ich kann auf meine Stärken vertrauen, selbst wenn nicht alles perfekt läuft", weiß er heute. Fabian ist dabei nicht nur ein Instinkt-, sondern auch ein Kopfmensch. Parallel zum Leistungssport studierte er bis März diesen Jahres an der Hochschule München Luft- und Raumfahrttechnik. Der Abschluss gelang ihm mit Auszeichnung als Bester seines Jahrgangs. Seitdem promoviert Fabian an der TU München am Lehrstuhl für Raumfahrtmobilität und -Antriebe. "Schon bevor ich nach München gezogen bin, habe ich in Bremen in dem Bereich gearbeitet. Die Faszination dafür habe ich nach wie vor. Es macht mir auch Spaß in der Lehre tätig zu sein und jetzt auf der anderen Seite zu stehen als während des Studiums." Seine Forschung führt ihn in die Welt nachhaltiger Antriebssysteme, genauer gesagt wie im Weltall aus Wasser die Treibstoffe Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt werden können.
Um die akademische und die sportliche Welt zu vereinen, setzt Fabian auf feste Strukturen und klare Prioritäten: "In der begrenzten Zeit versuche ich, möglichst viel zu schaffen – fertig wird man ohnehin nie", sagt er mit einem Augenzwinkern. Er mache beides vor allem, weil es ihm Spaß bereite. "Dafür nehme ich in Kauf, dass für andere Dinge eben weniger Zeit bleibt". Am Ende des Tages und der Woche sei er aber trotzdem oft ziemlich platt und müde.
Damit er trotz alledem sein Pensum schafft, versuche er Reisen zu Wettkämpfen so weit wie möglich zu reduzieren. "So bleibt am Wochenende noch etwas mehr Zeit übrig. Vor wichtigen Wettkämpfen nehme ich gegebenenfalls einen Tag Urlaub, um besser vorbereitet zu sein." Bei allem sportlichen Ehrgeiz haben für Fabian die laufende Promotion und seine damit verbundenen beruflichen Aufgaben ganz klar Vorrang. "An der Uni verbringe ich deutlich mehr Zeit als auf dem Sportplatz, und hier liegt auch langfristig meine Zukunft. Ab und an baue ich Trainingseinheiten untertags ein, um danach wieder einen frischen Kopf für berufliche Aufgaben zu haben."
Top aufgehoben im Top-Team des Team Schmidbauer
Optimale Unterstützung, betont Fabian, erfahre er im Top-Team des Team Schmidbauer im TSV Gräfelfing "In der Leichtathletik-Abteilung im TSV kommen Menschen zusammen, die sich selbst weiterentwickeln oder andere Strukturen verbessern wollen – und das in einer lockeren, motivierenden Atmosphäre, die einfach Spaß macht. Das Team Schmidbauer unterstützt mich zusätzlich in vielen Bereichen, sodass ich mich weniger um organisatorische Dinge kümmern muss. Ich habe einfachen Zugang zu professioneller Physiotherapie bei Tom, habe in der Vergangenheit Unterstützung von Mental-Coach Jessica bekommen und profitiere von unserem Mentoren-Netzwerk für meine Karriereplanung."
Mit Trainer Peter Rabenseifer weiß Fabian einen äußerst erfahrenen Coach an seiner Seite, der seine doppelte berufliche und sportliche Herausforderung genau kenne und einzuschätzen wisse: "Ich vertraue Peter beim Training voll und ganz. Oft nimmt er mich direkt mit zum Training, da er in der Nähe meines Lehrstuhls arbeitet, so haben wir auch viel Zeit für zusätzlichen Austausch."
Für 2026 haben sich Peter und Fabian anspruchsvolle, aber auch realistische Ziele gesetzt. Den Höhepunkt bilden dabei idealerweise die Deutschen Meisterschaften vom 24. bis 26. Juli in Bochum. Auf dem Weg dorthin steht im April ein TSV-Trainingslager in Ravenna auf dem Programm. Da freut sich Fabian schon jetzt besonders drauf: "In diesem Jahr fällt das Trainingslager am 2. April mit meinem Geburtstag zusammen. Das bedeutet traditionell Tiramisu im Hotel – meine absolute Lieblingsspeise. Wenn das mal nicht ein besonderes Vorzeichen ist!"
Gräfelfing – Die jüngsten Nachwuchsleichtathleten vom TSV Gräfelfing zeigten bei den offenen Lauf-Veranstaltungen am vergangenen Samstag in München und Fürth eine starke Verfassung. Ohne Chance blieb der Leichtathlet Lukas Bergmann vom TSV Gräfelfing bei den deutschen Crosslauf-Meisterschaften am letzten Samstag in Darmstadt/Hessen.
Beim Auftakt der Münchner Winterlaufserie 25/26 im Olympiapark gingen über 1100 Läufer an den Start. Im Schülerlauf über 1500 Meter präsentierte sich Elias Echtermeyer von seiner besten Seite. Mit beachtlichen 6:19 Minuten spurtete der Elfjährige auf den zweiten Gesamtplatz hinter dem favorisierten Luxon Bristow von der LG Stadtwerke München mit 5:45 Minuten (1.). Mit seiner Leistung gewann der Gräfelfinger die Klasse der männlichen Jugend U12 überlegen vor dem vereinslosen Len Hodde mit 7:19 Minuten.
Beim Sprintcup am letzten Samstag in der Fürther Quelle-Leichtathletikhalle bewährte sich der 13-jährige Jonathan Claus mit dem zehnten Rang im Felde der 31 Teilnehmer in der männlichen Jugend U14: Nach 3,95 Sekunden im fliegenden 30 Meter-Lauf und 8,75 Sekunden auf der 60 Meter-Strecke erzielte er eine Gesamtzeit von 12,70 Sekunden hinter dem siegreichen Emil Falkner vom TSV Katzwang mit 11,57 Sekunden und Enrico Fuchs vom TSV Zirndorf mit 11,85 Sekunden (2.).
Es waren die letzten deutschen Meisterschaften des Jahres im Darmstädter Bürgerpark und der 29-jährige Gräfelfinger absolvierte einen Start in der namhaften Konkurrenz auf der 3,8 Kilometer-Cross-Mittelstrecke in der Männer-Hauptklasse. Die Chancen auf einen Spitzenplatz waren bei diesen Titelkämpfen sehr schwer zu berechnen, denn im Crosslauf ist nie sicher, wer wirklich startet und zugleich ist es auch nicht einfach eine Platzierung zu prognostizieren, denn es kommt auch immer auf die Streckenbeschaffenheit an. In Darmstadt gab es neben einem kleinen Bergaufstück mit „Zickzack-Kurs“ diesmal viele matschig, rutschige Passagen über ein Freibad-Gelände, eine Aschenbahn sowie einem sandig-weichen und damit konditionsraubenden 50 Meter-Stück über einen Beach-Volleyball-Platz. Lukas Bergmann zeigte bei seinem Auftritt eine gute Kondition, doch im Felde der 123 Teilnehmer reichte es am Ende „nur“ zum 112. Rang mit 15:02 Minuten. In der von vier Bayern dominierten Konkurrenz wurde der favorisierte 5000 Meter-Weltmeisterschaftsteilnehmer Florian Bremm vom LSC Höchstadt/Aisch neuer deutscher Meister mit 12:02 Minuten vor dem mehrfachen nationalen Mittelstrecken-Titelträger
Tobias Tent von der LG Stadtwerke München mit 12:05 Minuten (2.).
Lilly Samanski ist eines der großen Talente der deutschen Stabhochsprungszene. Mit einer persönlichen Bestleistung von 4,21 Meter hat die 21-Jährige vom TSV Gräfelfing auch international auf sich aufmerksam gemacht. Nach einem sportwissenschaftlichen Studium an der Univesity of Oklahoma in den USA ist Lilly wieder nach Deutschland zurückgekehrt, um in Potsdam ein Lehramtsstudium zu beginnen. Wie geht es weiter mit ihr? Wir haben Lilly beim Training in Gräfelfing getroffen und nachgefragt.
Hey Lilly, Du bist vor einem Jahr zum Studium in die USA aufgebrochen – auch um das Studieren mit Spitzensport zu verbinden. Wie lief’s?
Das war eine tolle Erfahrung – sportlich wie auch persönlich. Eigentlich wollte ich die Verbindung von Leistungssport und Studium vier Jahre durchziehen, musste dann aber feststellen, dass dies mit meinem Ziel, später ins Lehramt zu gehen, nicht funktioniert hätte. Deswegen habe ich mich noch einmal umorientiert.
Was hast du aus dieser Zeit athletisch und technisch mitgenommen?
Ich habe athletisch und technisch sehr profitiert. Das System in den USA ist ganz anders als in Deutschland. Sehr vielschichtig, aber auch sehr fordernd. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Aber es hat Spaß gemacht und ich bin in diesem Jahr schon wieder 4.10 Meter gesprungen und spüre, dass da noch mehr geht.
Was hat dich in diesem Jahr in den USA am meisten fasziniert?
Die Haltung der Sportler und Trainer. Ich bin eine Perfektionistin und stehe mir damit manchmal selbst im Weg. Die Amis gehen den Sport viel unbeschwerter an, da wird der eigene Erwartungsdruck dann nicht so schnell lähmend. Ich habe da für mich mitgenommen, dass ich durchaus auch gut springen kann, wenn nicht alles perfekt läuft. Diese Leichtigkeit möchte ich auf meinem weiteren sportlichen Weg mitnehmen und ausbauen.
Jetzt geht es nach Potsdam in einen ganz neuen Abschnitt. Was erwartet dich dort und wie geht es mit dem Stabhochsprung für dich weiter?
Im Oktober beginne ich mit meinem Lehramtsstudium in Potsdam. Ich trainiere dann am Landesstützpunkt Brandenburg beim früheren Bundestrainer Stefan Ritter. Ich kenne ihn seit vielen Jahren und bin immer mal wieder dort gewesen, um andere Trainingsimpulse zu setzen. Das hat mir immer sehr geholfen. Jetzt will ich dort meinen leistungssportlichen Weg weitergehen, an der Konstanz arbeiten und neue Höhen jenseits meiner bisherigen persönlichen Bestleistungen in Angriff nehmen.
Was nimmst du aus deiner Zeit in Gräfelfing mit und wie bleibst du dem TSV und seinen Stabis weiter verbunden?
Ich habe meine Zeit beim TSV Gräfelfing sehr genossen, sehr viel gelernt und mitgenommen und sehr geschätzt, Teil der TSV-Leichtathletikfamilie zu sein mit tollen Trainern, allen voran Matthias Schimmelpfennig und Helmar Schmidt, und einem starken Team. Sehr dankbar bin ich auch Werner Schmidbauer und dem Team Schmidbauer. Hier habe ich immer tolle Unterstützung bekommen, auch wenn’s mal nicht so lief. All die Bekanntschaften, Freundschaften und persönlichen Begegnungen sind etwas, was für immer bleibt – auch wenn ich jetzt weggehe. Ich werde auf jeden Fall immer gerne wiederkommen und den TSV-Stabis verbunden bleiben.
Wie sehen Deine nächsten Ziele aus: kurzfristig und langfristig?
Ich freue mich aufs Studium, die neue Trainingsgruppe und hoffe, nach einer schon langen Saison von Januar bis Mai weiter konstante Sprünge auf gutem Niveau über 4 Meter und dann bald jenseits meiner bisherigen PBs zu machen. Aber da mache ich mir keinen Stress. Es kommt wie es kommt. Jetzt liegt aber der Fokus erst einmal komplett auf den Deutschen U23-Meisterschaften am ersten Juli-Wochenende in Bochum-Wattenscheid.
Touch the Clouds Weihnachtsspringen 2025 in Gräfelfing
Touch the Clouds Weihnachtsspringen 2025 in Gräfelfing
Stabhochsprung-Nachwuchs im Fokus – 91 Meldungen, starke Gräfelfinger Beteiligung
Beim diesjährigen Touch the Clouds Weihnachtsspringen 2025 in der Würm-Arena (Dreifachturnhalle Schulcampus Lochham) gehen 91 Stabhochspringerinnen und -springer an den Start. Allein der TSV Gräfelfing stellt 18 Athletinnen und Athleten, dazu kommen fünf weitere, die ab 2026 für den Verein starten werden. Insgesamt 79 Teilnehmende kommen aus Bayern, größere Teams stellen u. a. der TSV 1880 Wasserburg, LAC Quelle Fürth, SV Schlossberg-Stephanskirchen und der TSV Unterhaching. Der Eintritt ist frei.
Das Weihnachtsspringen gibt es in Gräfelfing seit 2024, die Veranstaltung insgesamt aber bereits seit 2010. Damals begann alles mit 42 Teilnehmenden (18.12.2010) in der Werner-von-Linde-Halle, bis hin zu 110 Starterinnen und Startern am 16.12.2023. Nach den sehr guten Erfahrungen beim Touch the Clouds Festival 2024, als wetterbedingt in die Halle ausgewichen werden musste, wurde das Weihnachtsspringen erstmals in die Dreifachturnhalle verlegt – mit hervorragender Resonanz. 2025 findet das Meeting nun zum 16. Mal statt, davon zum zweiten Mal in Gräfelfing.
Am Samstag startet der Wettkampf um 11:00 Uhr mit den „Rising Stars“. Um 12:45 Uhr folgen die „Starlight Springer“, bei denen vor allem Zehnkämpfer im Mittelpunkt stehen. Das Feld wird angeführt von Jakob Zimmer, der nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback gibt. Seine jüngste Leistungsentwicklung zeigt steil nach oben, weshalb eine exakte Prognose schwer fällt – begonnen wird bewusst niedrig bei 3,50 m. Am Nachmittag um 15:15 Uhr sind die „Gräfelfinger Weihnachtsstürmer“ an der Reihe: 16 Nachwuchsspringerinnen und -springer aus dem Großraum München, die aus dem von Klaus Gürster (TSV 1860 München) initiierten Nachwuchsförderprojekt hervorgehen. Vereine wie TSV 1860 München, TSV Trudering, TSV 1861 Mainburg, TuS Geretsried, FC Aschheim und TSV Gräfelfing nutzen hier die Chance, ihre Talente an den Stabhochsprung heranzuführen. Um 18:00 Uhr bildet das Männerfeld „Skymasters“ den Abschluss des Tages – dominiert von einem starken Gräfelfinger Block um Marec Metzger sowie Vereinskollege Ben Bichsel und den weiteren Top-Springern wie dem Schweizer Maurin Buschor (PB 5,05 m). Bei den Männern werden Höhen jenseits der 5,00 m anvisiert.
Am Sonntag geht es um 10:00 Uhr mit den „Christmas Flyers“ weiter, einem Feld mit 16 Springerinnen und Springern im Bereich von etwa 2,00 m bis 2,82 m. Um 12:45 Uhr greifen bei den „Cloud Challengern“ vor allem die Mehrkämpfer an, allen voran die Gräfelfinger U18-Mehrkampfgruppe. Den Schlusspunkt setzen um 15:30 Uhr die „Skymasters Frauen“: Hier zählen die Gräfelfinger Athletinnen Katja Riedl und Tara Piossek zu den Favoritinnen auf den Tagessieg. Herausgefordert werden sie unter anderem von der Österreicherin Vera Vacik (PB 3,90 m). Bei den Frauen werden Höhen jenseits von 3,60 m erwartet.
Traditionell ist das Weihnachtsspringen ein fast ausschließlich bayerisches Event. Dennoch sind auch in diesem Jahr internationale Gäste am Start: Athletinnen und Athleten aus der Schweiz, aus Österreich und mit Jacob Kristof sogar ein Springer aus Australien. Kristof ist derzeit im Rahmen eines Schüleraustauschs in Deutschland und nutzt eher zufällig die Gelegenheit, beim Touch the Clouds Weihnachtsspringen zu starten – ein schönes Beispiel für die offene und familiäre Atmosphäre der Veranstaltung.
Im Zentrum steht klar die Nachwuchsförderung: Durch das Projekt von Klaus Gürster sind in diesem Jahr insgesamt acht Jungs am Start, einige davon zum allerersten Mal bei einem Stabhochsprung-Wettkampf. Das Projekt zielt zugleich stark auf Trainerfortbildung ab; besonders erfreulich ist daher, dass derzeit fünf Vereine über dieses Format erreicht werden. Das Weihnachtsspringen erfüllt im bayerischen Nachwuchskonzept vor allem die Aufgabe, junge Springerinnen und Springer mit sehr niedrigen Einstiegshöhen behutsam an die Disziplin heranzuführen und ihnen kurz vor der Wintersaison eine erste Wettkampfgelegenheit zu geben. Wenn anschließend südbayerische und bayerische Meisterschaften mit Normanforderungen anstehen, können hier in einer stimmungsvollen Atmosphäre mit Musik und Moderation die ersten Qualifikationsleistungen erbracht werden.
Neben den Nachwuchsathletinnen und -athleten nutzen auch Landeskader- und bayerische Bundeskader-Springer das Meeting, um nach einer langen Phase des Aufbautrainings (Start im Oktober) ihren Leistungsstand nach rund zweieinhalb Monaten zu überprüfen. Die Ergebnisse des Weihnachtsspringens helfen, das Training noch einmal gezielt anzupassen, bevor im Januar die Hallensaison richtig beginnt und Ende Februar mit den Bayerischen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften in Fürth sowie den Deutschen Aktiven-Meisterschaften in Dortmund die ersten großen Höhepunkte anstehen.
Ein besonderes Angebot gibt es am Samstagnachmittag: Eine Stabhochsprung-Schnupperveranstaltung für Kinder, geleitet von den Gräfelfinger Athletinnen Tara Piossek und Katja Riedl unter Anleitung der TSV-Trainerin Christine Hager. Hier können Kinder erste Schritte im Umgang mit dem Stab machen und die Faszination der Disziplin unmittelbar erleben.
Organisatorisch ist das Touch the Clouds Weihnachtsspringen eine echte Gemeinschaftsleistung: Knapp 50 Helferinnen und Helfer sind von Freitag bis Sonntag im Einsatz. In die Würm-Arena werden rund 120 Meter Tartan verlegt, die komplette Stabhochsprunganlage, Werbebanden, Anzeigetafeln, Musikanlage und vieles mehr eingebracht. Insgesamt werden weit über zwei Tonnen Material in die Dreifachhalle transportiert, aufgebaut und am Sonntagabend wieder abgebaut, damit die Halle am Montag, 15. Dezember, besenrein an die Schule übergeben werden kann und der reguläre Schulsport stattfinden kann. Finanziert wird das Meeting ohne klassische Sponsoren – bewusst klein gehalten – über Spenden und die Erlöse aus dem Kuchenverkauf.
Live-Ergebnisse werden über leichtathletik.de abrufbar sein. Begleitet wird das Meeting durch Berichte und Eindrücke auf Instagram unter „Touch the Clouds“. Ein großer Dank gilt der Gemeinde Gräfelfing für die Bereitstellung der Halle sowie dem Bauhof für die tatkräftige Unterstützung – und allen Helferinnen und Helfern der Stabhochsprung-Community, die das Touch the Clouds Weihnachtsspringen 2025 erneut zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten machen.