Vom Wasser und dem Kraftraum zurück auf die Bahn
Felix Wolter vom Team Schmidbauer zählt mit einer persönlichen Bestleistung von 8.299 Punkten zu Deutschlands Top-Athleten in Zehnkampf. Sein Weg aus einer Verletzung ist lang und immer wieder von Rückschlägen geprägt. Doch langsam ist für den 29-Jährigen am Bundesstützpunkt in Hannover Licht am Horizont zu erkennen. Zeit für ein kurzes Update
Hey, Felix, wie geht es dir in Hannover? Was macht die Gesundheit?Felix Wolter: Mir geht es gut overall. Allerdings ist es in punkto Gesundheit bzw. Verletzung immer noch schwierig. Letzte Saison haben wir immer wieder versucht durchzupushen – unter anderem auch auf Grund dessen, was die Ärzte sagten. Herauskam aber allerdings leider, dass wir dann wieder einen Schritt nach hinten gemacht haben. Zwischenzeitlich lief es ganz gut, vor allem im Wurfbereich. Beim Sprinten kam ich jedoch nie auf 100%. Deswegen hatten Wettkämpfe keinen Sinn gemacht. Jetzt gehen wir das anders an und behandeln es wie reines Ischia. Das heißt für mich schmerzlose Reha und erstmal keine explosiven Sachen ins Training einbauen. Das ermöglicht dann einen langen Aufbau mit dem Ziel, komplett schmerzfrei zu sein, bevor wir dann wieder an Wettkämpfe denken.Wie sieht gerade dein Tagesablauf aus, woran arbeitest du?
An meinem Tagesablauf hat sich nicht viel geändert, mehr die Trainingsinhalte. Ich absolviere 1-2 Einheiten am Tag und werde wohl erstmal noch etwas mehr Zeit im Wasser und im Kraftraum verbringen als auf der Bahn. Dazu kommt eine spezielle Nervenroutine 3-4x am Tag. Neben dem Sport fangen wir bei Schmidbauer ein cooles neues Projekt im Marketingbereich an, auf das ich mich freue.Was sind deine nächsten Ziele?
Ich habe drei Stufen im Blick: Schmerzfrei werden, darauf Sprinttoleranz aufbauen und dann einen ersten Zehnkampf seit 2,5 Jahren. Die Leistung kommt dann von alleine durch die Vorbereitung.Der TSV Nachwuchs hat in diesem Jahr mit Elias Henne und dem Team bei der DM aufgetrumpft. Wie verfolgst du das und was hälst du von dem Vereinswechsel der Youngsters?
Das war eine super Leistung von den Jungs und spannender Kampf um den Titel. Es passiert nicht oft, dass Mehrkämpfer es schaffen, ohne Patzer durch einen Zehnkampf zu kommen. Und wenn man dann noch ein paar richtig geile Disziplinen hat, ist es natürlich um so toller, sich dann mit einem deutschen Titel zu belohnen. Ich war in Hannover live dabei und habe angefeuert. Das ganze Team hat abgeliefert und es hat Spaß gemacht zuzuschauen. Besonders beeindruckend war der Mega-Teamspirit und wie die Jungs auf sich und Gräfelfing aufmerksam gemacht haben. Dass auf dem Höhepunkt der Entwicklung die Jungs nicht mehr für Gräfelfing starten werden, ist schade. Ich habe allerdings quasi nichts mitbekommen, welche Gründe es für die Entscheidung gab, bin mir aber sicher, dass es am Ende keine leichte Entscheidung war.